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Foto (Matthias Groppe): Holographie-Apparatur von Herrn Dr. Andreas Redler

Foto: Foto (Matthias Groppe): Holographie-Apparatur von Herrn Dr. Andreas Redler

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Physiker, Chemiker und E-Techniker beschäftigten sich mit der Gestaltung von Übungen

Rund 25 Studierende, Post-Docs und Professoren aus den Disziplinen Physik, Chemie und Elektrotechnik nahmen am zweiten Lehrnachmittag „Ich muss lehren aber wie…?“ – Hinweise und Konzepte zur Gestaltung von Übungen in der Physik teil, der am 2. November 2016 im Rahmen der Graduate Lecture stattfand. Sie diskutierten, was eine gute oder schlechte Übung ausmacht und was sie im Übungsbetrieb unterstützen würde. Als schlecht identifizierten die Teilnehmenden u. a. passive Studierende, fehlende Absprachen zwischen den Verantwortlichen der Vorlesungen und Übungen und unklare Übungsaufgaben, die zu Über- oder Unterforderung auf Seiten der Studierenden führen. Eine gute Übung wird ihrer Meinung nach durch den Horizont erweiternde Querverweise zu anderen Vorlesungen, Aha-Momente und einen Anwendungsbezug zum „echten Leben“ charakterisiert. Nach einer kurzen Einführung in die neurobiologischen Grundlagen des Lernvorgangs im Gehirn und die Erwartungen, die Studierende und Dozierende an eine Übung stellen, ging es dann auf dieser Grundlage an die Arbeit an konkreten Übungsaufgaben.

Anhand einer Originalaufgabe der Experimentalphysikvorlesung wurde gezeigt, wie man mit kleinen Änderungen das Lernen transparenter bzw. systematischer gestalten und damit die Leistung bzw. die Lerneigenschaften einer Aufgabe positiv verändern kann. Modifiziert wurden dabei sowohl die grafische Darstellung der Aufgabe durch Skizzen als auch durch die gezielte Beeinflussung der Komplexität mittels Einfügen von Teilaufgaben. Da viele Studierende Schwierigkeiten damit haben, einen Ansatz zur Lösung einer komplexen Aufgabe zu finden, funktioniert hier eine Form von Tuning, die den Lösungsweg selbst zum Thema macht. Um das Abschreiben zu verhindern und die Überzeugung, nur eine richtige Lösung sei eine gute Lösung, abzubauen, kann es sinnvoll sein, einen Teil der Aufgaben als Präsenzaufgaben einzusetzen und die Lösung dann gemeinsam zu erarbeiten. Oder man kann einen Aufgabenteil mit dem Auftrag versehen, einen Ansatz, aber keine Lösung zu entwickeln und die Ansätze dann in der Übung zu diskutieren. Das ermöglicht es den Studierenden, ihre individuellen Lernschwierigkeiten ohne „Prangergefühl“ zu lösen und führt bei allen Beteiligten dazu, das Üben, auch verbunden mit dem Scheitern, als (notwendige) erste Schritte des Lernens anzusehen.

Die Lehrnachmittage schaffen ein Forum für den Austausch über Lehre in unserem Department. Sie werden von Mitgliedern der AG Physikdidaktik und Angehörigen des Departments ausgerichtet. Alle sind eingeladen, bei der Vorbereitung mitzuwirken, eigene Themen einzubringen oder kollegiale Hospitation oder Beratung nachzufragen.

Kontakt: christoph.vogelsang(at)upb(dot)de oder david.woitkowski(at)upb(dot)de

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